Schwarzer Schlüsselhalter im Flugzeugfenster-Design mit drei Gurtschnallen und dem Schriftzug „How Aircraft Buckles Work“

Wie funktioniert das Gurtschloss in einem Passagierflugzeug?

Posted by Benjamin Petersen on

Flugzeug-Gurtschlosses: der Mechanismus im Inneren

Das typische Gurtschloss im Passagierflugzeug funktioniert rein mechanisch: Die metallene Steckzunge des einen Gurtendes wird in das Schloss am anderen Gurtende geschoben. Im Inneren greift ein federbelastetes Verriegelungselement in die Aussparung der Steckzunge und hält sie fest. Zum Öffnen wird der sichtbare Klapphebel angehoben. Dadurch löst sich die Verriegelung und die Steckzunge lässt sich herausziehen. Dieser sogenannte Lift-Lever-Mechanismus ist einfach zu bedienen und vielen Reisenden durch sein deutliches Klicken vertraut. Je nach Flugzeug, Sitz und Rückhaltesystem kann die genaue Konstruktion allerdings abweichen.

Aus welchen Teilen besteht ein Flugzeug-Gurtschloss?

Bei einem typischen Passagiersitz besteht der Sicherheitsgurt aus zwei Gurtbändern, die gemeinsam als Beckengurt über dem Becken verlaufen. An einem Ende befindet sich die flache Steckzunge, am anderen das eigentliche Gurtschloss. Dieses besitzt meist einen gut sichtbaren, nach oben klappbaren Metallhebel.

Die wichtigsten Bestandteile sind:

  • zwei belastbare Gurtbänder,

  • eine metallene Steckzunge mit Aussparung,

  • ein Schlossgehäuse,

  • ein federbelastetes Verriegelungselement im Inneren,

  • ein Klapphebel zum Entriegeln,

  • eine Verstelleinrichtung für die Gurtlänge.

Welche Form die Bauteile haben und wie sie im Detail zusammenwirken, hängt vom Hersteller und vom zugelassenen Gurtsystem ab. Das Grundprinzip bleibt bei vielen klassischen Passagiergurten jedoch vergleichbar: einstecken, mechanisch verriegeln und durch Anheben des Hebels wieder lösen.

So wird das Gurtschloss geschlossen

Zum Anschnallen wird die Steckzunge in die dafür vorgesehene Öffnung des Gurtschlosses geschoben. Dabei bewegt sie das federbelastete Verriegelungselement zunächst aus seiner Ausgangsposition. Sobald die Steckzunge weit genug eingeschoben ist, greift die Verriegelung in ihre Aussparung. Das häufig hörbare Klicken entsteht, wenn der Mechanismus einrastet.

Der Gurt sollte anschließend entsprechend den Anweisungen der Fluggesellschaft eingestellt werden. Üblicherweise wird dafür am freien Ende des Gurtbandes gezogen, bis der Beckengurt eng, aber bequem anliegt. Die britische Luftfahrtbehörde CAA empfiehlt, den Gurt straff und komfortabel einzustellen und das Gurtschloss zugänglich zu halten. Maßgeblich bleiben immer die Sicherheitsanweisungen der Crew und die Demonstration an Bord.

So öffnet der Klapphebel das Gurtschloss

Beim Anheben des Klapphebels wird dessen Bewegung auf die innenliegende Verriegelung übertragen. Das Sperrelement wird aus der Aussparung der Steckzunge bewegt. Sobald diese formschlüssige Verbindung gelöst ist, kann die Steckzunge aus dem Schloss gezogen werden.

Vereinfacht läuft das Öffnen in drei Schritten ab:

  1. Der Passagier hebt den Klapphebel an.

  2. Der Hebel bewegt das innere Verrungselement in die Freigabeposition.

  3. Die Steckzunge wird freigegeben und lässt sich herausziehen.

Der Mechanismus benötigt normalerweise weder Strom noch Sensorik. Das macht jedoch nicht jedes Gurtschloss technisch identisch: Moderne Flugzeugsitze können abhängig von Sitzposition und Zulassung andere Rückhaltesysteme besitzen, etwa zusätzliche Schultergurte oder in den Beckengurt integrierte Airbags.

Warum haben Flugzeuge häufig Beckengurte?

Auf vielen klassischen Passagiersitzen kommen Zweipunkt-Beckengurte zum Einsatz. Sie verlaufen über das Becken und halten den Fluggast am Sitz. Das ist besonders bei unerwarteten Bewegungen des Flugzeugs wichtig, beispielsweise während Turbulenzen.

Die konkrete Ausstattung eines Sitzes wird nicht allein durch die sichtbare Form des Gurtschlosses bestimmt. Sitz, Gurt, Befestigungspunkte und die umgebende Kabine gehören zu einem geprüften Rückhaltekonzept. Für Verkehrsflugzeuge enthalten unter anderem die europäischen Zulassungsvorschriften CS-25 und die US-amerikanischen Vorschriften in 14 CFR Part 25 Anforderungen an Sitze, Sicherheitsgurte und Rückhaltesysteme.

Deshalb lassen sich Aussagen über Belastbarkeit oder Zulassung nur für das jeweils geprüfte Gesamtsystem treffen. Ein optisch ähnliches Schloss außerhalb eines Flugzeugs ist dadurch nicht automatisch ein zugelassenes Luftfahrtbauteil.

Warum sieht das Gurtschloss anders aus als im Auto?

Im Auto soll der Dreipunktgurt den Oberkörper besonders bei Frontal- und Seitenaufprällen zurückhalten. Deshalb verläuft er über Becken und Schulter und passt sich mithilfe einer Aufrollautomatik an Bewegungen an. Im Passagierflugzeug wird dagegen häufig ein manuell verstellbarer Beckengurt eingesetzt. Er hält den Fluggast bei Turbulenzen sowie den auftretenden Belastungen während Start, Landung oder einer Notfallsituation am Sitz. Der Klapphebel ermöglicht dabei eine einfache und schnell erkennbare Entriegelung. Je nach Sitzart und Zulassung kommen im Flugzeug aber auch Schultergurte oder Gurte mit integriertem Airbag zum Einsatz.

Warum wird die Bedienung vor jedem Flug gezeigt?

Die Handhabung des Sicherheitsgurts gehört zur Sicherheitseinweisung, obwohl viele Passagiere das System bereits kennen.  Die US-Luftfahrtvorschriften für Linienflüge verlangen beispielsweise eine Einweisung in das das Schließen und Öffnen der Sicherheitsgurte. Auch im europäischen Flugbetrieb gehören Informationen zur Verwendung der Rückhaltesysteme zur Sicherheitsunterweisung. Entscheidend sind stets die Vorführung und die Anweisungen der jeweiligen Besatzung.

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