Cockpit-Instrumente einfach erklärt
Im Cockpit eines Flugzeugs befinden sich viele Anzeigen und Instrumente. Die wichtigsten sechs Instrumente werden oft als „Six Pack“ bezeichnet. Sie liefern die grundlegenden Informationen, die ein Pilot jederzeit braucht: Geschwindigkeit, Höhe, Lage des Flugzeugs, Richtung und Steig- oder Sinkflug.
Der künstliche Horizont
Der künstliche Horizont zeigt, wie das Flugzeug im Raum liegt. Er macht sichtbar, ob die Nase nach oben oder unten zeigt und ob das Flugzeug nach links oder rechts geneigt ist. In der Mitte befindet sich ein kleines Flugzeugsymbol, dahinter eine Darstellung von Himmel und Boden. Dieses Instrument ist vor allem bei schlechtem Wetter oder in Wolken wichtig, wenn draußen kein natürlicher Horizont zu sehen ist. Der künstliche Horizont gehört zu den Instrumenten, die mit einem Kreisel arbeiten.
Der Fahrtmesser
Der Fahrtmesser zeigt an, wie schnell sich das Flugzeug durch die Luft bewegt. Angezeigt wird die Geschwindigkeit meist in Knoten. Ein Knoten entspricht 1,852 Kilometern pro Stunde. Der Fahrtmesser misst nicht die Geschwindigkeit über dem Boden, sondern die Geschwindigkeit relativ zur umgebenden Luft. Dafür nutzt er den sogenannten Pitot-Statik-Druck. Vorne am Flugzeug befindet sich ein kleines Rohr, das den Luftdruck des Fahrtwinds misst. Zusammen mit dem normalen Außendruck errechnet das Instrument daraus die Geschwindigkeit. Viele Fahrtmesser besitzen farbige Markierungen. Diese zeigen wichtige Geschwindigkeitsbereiche, zum Beispiel für den normalen Flug, für den Einsatz der Landeklappen oder die maximale zulässige Geschwindigkeit.
Der Höhenmesser
Der Höhenmesser zeigt an, wie hoch sich das Flugzeug befindet. Meist wird die Höhe in Fuß angegeben. 1.000 Fuß entsprechen ungefähr 305 Metern. Der Höhenmesser misst die Höhe nicht direkt, sondern über den Luftdruck. Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab. Das Instrument vergleicht deshalb den Außendruck mit einem eingestellten Referenzwert. Dadurch kann der Pilot die aktuelle Flughöhe ablesen. Da sich der Luftdruck je nach Wetterlage verändert, muss vor dem Start der richtige Luftdruckwert eingestellt werden. Sonst zeigt der Höhenmesser eine falsche Höhe an.
Der Wendezeiger
Der Wendezeiger zeigt, ob das Flugzeug nach links oder rechts dreht. Zusätzlich erkennt der Pilot damit, ob die Kurve koordiniert geflogen wird oder ob das Flugzeug seitlich rutscht. Unter dem Instrument befindet sich oft eine kleine Kugel in einer gebogenen Röhre. Bleibt die Kugel in der Mitte, ist die Kurve sauber geflogen. Bewegt sie sich nach links oder rechts, fliegt das Flugzeug nicht ganz ausgeglichen. Piloten merken sich dafür oft den Spruch: „Tritt auf die Kugel“ – also Seitenruder in Richtung der Kugel geben.
Der Kurskreisel
Der Kurskreisel zeigt die Flugrichtung genauer an als ein normaler Magnetkompass. Er arbeitet ebenfalls mit einem Kreisel und reagiert ruhiger und präziser. Während der Magnetkompass durch Kurven oder Turbulenzen oft unruhig wird, bleibt der Kurskreisel stabil. Deshalb orientieren sich Piloten im Flug meist eher am Kurskreisel und gleichen ihn regelmäßig mit dem Magnetkompass ab.
Das Variometer
Das Variometer, auch Vertical Speed Indicator oder VSI genannt, zeigt, ob das Flugzeug steigt oder sinkt – und wie schnell. Die Anzeige erfolgt meist in Fuß pro Minute. Steht die Anzeige auf +500, steigt das Flugzeug mit 500 Fuß pro Minute. Bei –500 sinkt es mit derselben Geschwindigkeit. Das Variometer reagiert etwas langsamer als andere Instrumente, weil es die Veränderung des Luftdrucks erst über kurze Zeit auswertet.
Die klassische Anordnung im Cockpit
In vielen kleineren Flugzeugen sind die sechs wichtigsten Instrumente immer ähnlich angeordnet. In der oberen Reihe befinden sich links der Fahrtmesser, in der Mitte der künstliche Horizont und rechts der Höhenmesser. Darunter liegen meist links der Wendezeiger, in der Mitte der Kurskreisel und rechts das Variometer. Diese Anordnung wird oft als „Basic T“ bezeichnet, weil die Instrumente gemeinsam die Form eines T bilden. Dadurch findet der Pilot auch unter Stress schnell die richtige Anzeige.
Moderne Flugzeug-Cockpits
In modernen Flugzeugen gibt es oft keine einzelnen Rundinstrumente mehr. Stattdessen werden die Informationen auf großen Bildschirmen dargestellt. Diese Systeme nennt man Glascockpit. Die wichtigsten Angaben bleiben aber dieselben: Geschwindigkeit, Höhe, Fluglage, Richtung und Steig- oder Sinkflug. Auch im Glascockpit orientiert sich die Darstellung meist an der klassischen Anordnung der Instrumente.